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Kunstprojekt Anderssein in „perfekten“ Zeiten

In der Planungsphase des Mädchenkongresses „Uns geht’s ums Ganze – Mädchen auf Identitätssuche“, der Ende Februar 2011 stattfand, wurde mira angefragt einen Workshop zur Lebenswelt von Mädchen mit einer körperlichen Behinderung anzubieten.

Da es uns wichtig war, die Mädchen als Fachfrauen ihrer Lebenswelt selbst zu Wort kommen zu lassen, entstand die Idee zu einem Kunstprojekt mit den Schülerinnen der integrativen Fachoberschule für Gestaltung der Stiftung Pfennigparade.

Die Schulleitung und die Kunstlehrerin erklärten sich sofort zum Mitmachen bereit und auch ein Termin war schnell gefunden. Just in der Woche, in der der Mädchenkongress stattfand, wurde an der Schule eine Projektwoche angeboten. Dieser Zufall war für uns ideal – so hatten wir die Möglichkeit an drei aufeinanderfolgenden Tagen mit den Mädchen zu arbeiten und im Anschluss daran das Projekt auf dem Mädchenkongress vorzustellen. Das Kunstprojekt Anderssein in „perfekten“ Zeiten konnte starten.

Ziele des Kunstprojekts waren

  • die Sensibilisierung für und die Reflexion von Ästhetisierungsprozessen in der Gesellschaft, insbesondere des Schönheitswahns
  • die Thematisierung der unterschiedlichen Betroffenheit von Mädchen mit und ohne körperliche Behinderung
  • die Auseinandersetzung mit dem aktuellen Frauenbild und der Rolle der Frau
  • die Schärfung der Selbstwahrnehmung und die Stärkung des Selbstbewusstseins
  • die Schaffung von Solidarität unter den Mädchen
  • Förderung des kreativen Potentials der Teilnehmerinnen

Sieben junge Frauen mit und ohne körperliche Behinderung beschäftigten sich drei Tage lang äußerst interessiert, lustvoll und kreativ mit dem Thema des Kunstprojekts. Die Tage waren geprägt von entspannter Atmosphäre, Heiterkeit, konzentriertem Arbeiten und einem sehr wertschätzenden Umgang miteinander. Herausgekommen sind drei Kunstwerke, die jeweils in Zweier- bzw. Dreierteams entstanden sind.

Die Schülerinnen hatten viel Spaß am Mädchenkongress und ihre Teilnahme bereicherte den von mira angebotenen Workshop „Lebenswelt von Mädchen mit und ohne körperliche Behinderung in einer ästhetisierten Gesellschaft“. Hier hatten sie die Möglichkeit ihre Kunstwerke elf Fachfrauen aus der Jugendhilfe vorzustellen, ihre Standpunkte zum Thema Schönheitskult dar zu legen und mit den Frauen in Austausch zu kommen. Die Frauen waren ebenfalls sehr begeistert und genossen den Austausch und den Kontakt mit den Schülerinnen.

mira dankt Frau Weide-Gertke und Frau Beiner für die unkomplizierte Organisation und ihre große Offenheit für das Projekt. Und natürlich danken wir den Mädchen der FOS Gestaltung für ihre Begeisterung an diesem Projekt und dafür, dass wir ihre Werke in unseren Räumen ausstellen durften.

 

Um größere Bilder zu sehen, klicken Sie bitte auf die Vorschaubilder:

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