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Modellprojekt für Mädchen und junge Frauen mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Behinderungen

Die Idee des Modellprojekts Mädchen mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Behinderungen entwickelte sich aus einem sehr positiven Kontakt mit der Ernst-Barlach-Realschule der Stiftung Pfennigparade im Frühjahr 2008. Dieser positive Kontakt gab den Anstoß, die Seminare von mira gezielter für Mädchen mit körperlichen Behinderungen anzubieten.

Hauptbestandteil des Modellprojekts ist die Erstellung einer Expertise, die auf drei Ebenen fußt.

Eine Ebene beinhaltet die Erstellung einer Bedarfsanalyse in enger Zusammenarbeit mit der Ernst-Barlach-Realschule. Mit Hilfe von Fragebögen werden die Schülerinnen der 7. bis 9. Klassen, Lehrer und Lehrerinnen sowie Eltern interviewt. Ziel ist es, festzustellen, ob trotz der bereits bestehenden Angebote der Ernst-Barlach-Realschule ein zusätzlicher Bedarf an Seminaren zu den Themen Selbstbehauptung und Berufsorientierung/Zukunftsplanung besteht bzw. diesen nachzuweisen. Dabei wird sowohl der qualitative als auch quantitative Bedarf eruiert.

Ein weiterer Beitrag zur Expertise ergibt sich aus der intensiven Vernetzung mit Fachfrauen, Fachmännern und Institutionen aus den verschiedensten themenspezifischen Bereichen und der Teilnahme an Fachtagen und Facharbeitskreisen.

Die dritte Ebene stellt eine umfangreiche Literaturrecherche dar, die sich mit klassischer Fachliteratur, gesetzlichen Grundlagen und Entwicklungen sowie der Recherche von relevanten Zahlen und Statistiken beschäftigt.

Die gesammelten Informationen fließen in die schriftliche Ausarbeitung der Expertise mit ein, um den quantitativen Bedarf an Seminaren nachzuweisen und den qualitativen Bedarf, z.B. die zeitliche, inhaltliche und methodische Ausgestaltung der Seminare, darzustellen.

In der Folge sollen ab dem Schuljahr 2009/2010 in einem Modellprojekt die ersten Seminare zu den Themen Selbstbehauptung und Berufsorientierung/Zukunftsplanung für Mädchen mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Behinderungen an der Ernst-Barlach-Realschule stattfinden.

Das derzeitige Projekt setzt den Fokus auf Mädchen mit einer körperlichen Behinderung. Der Name des Modellprojekts Mädchen mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Behinderungen ist jedoch bewusst so gewählt, um wesentlich mehr Mädchen ansprechen zu können. Zukunftsvision ist die sukzessive Ausweitung der Seminare, um der Bandbreite von unterschiedlichen Fähigkeiten und Behinderungen gerecht zu werden und somit auch den Forderungen der Leitlinien der Stadt München für die Arbeit mit Kinder und Jugendlichen mit und ohne Behinderung nach inklusiver Arbeit nachzukommen. Diese stellen fest: „… implizite oder explizite Differenzierung zwischen integrierbaren und nicht integrierbaren Kindern und Jugendlichen widerspricht dem Konzept der Inklusion, das auf volle gesellschaftliche Teilhabe und die Anerkennung spezifischer Beiträge für das soziale Miteinander gerichtet ist“.

Erste Kontakte für die Umsetzung dieser Vision sind bereits geknüpft, um in nicht allzu ferner Zukunft Seminare für Mädchen mit einer geistigen Behinderung bzw. einer Lernbehinderung anzubieten.

 

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