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Links: Eine Fahne mit dem Schriftzug mira Mädchenbildung weht an einem weißen Infostand vor dem Münchner Rathaus. Rechts: 2 lilafarbene und ein schwarzer Luftballon mit der Aufschrift Internationaler Mädchentag vor blauem Himmel

Internationaler Mädchen*tag

Jedes Jahr am 11. Oktober nehmen wir am Internationalen Mädchen*tag teil. An unserem Stand befragen wir die Mädchen und jungen Frauen nach ihren Träumen und Wünschen. Sie erzählen von ihren Lebenswelten und was sie gerne in der Stadtgesellschaft und in der Welt verändern wollen.

 

Aktion mit Postkartenwand, Titel: Münchens Straßenkarte für Stoppzeichen. Mädchen haben dort ihre Handabdrücke zu übergriffigen Situationen, die sie erlebt haben, zugeordnet. Daneben ein Tisch zum Basteln der eigenen Stopphand

mira rennt!


Stadtrallye – und du weißt, wo was los ist!

mira bietet für Schülerinnen der achten und neunten Klassen der Mittel- und Realschulen eine Stadtrallye an, bei der die Teilnehmerinnen verschiedene soziale Projekte und Einrichtungen suchen und kennen lernen.
 Die Idee ist – je nach Zusammensetzung der Klassen (Migrationshintergrund, Behinderung, Alter) – unterschiedliche Anlaufstellen anzubieten. Dies können sein:


Die Mädchen bekommen auszufüllende Fragebogen in die Hand, müssen die Einrichtungen suchen und Antworten nach Ansprechpartnerinnen, Öffnungszeiten oder nach Schwerpunkten der Projekte erfragen. Letzte Anlaufstelle ist mira, wo wir zusammen mit den Teilnehmerinnen ihre Erfahrungen besprechen und weitere Informationen zu möglichen Hilfeleistungen zur Verfügung stellen. Desweiteren bekommen die Gewinnerinnen einen kleinen Preis in Form von Schlüssel- oder Handyanhängern.

Ziel der Stadtrallye ist, die Schwellenangst beim Eintritt in unterschiedliche Einrichtungen abzubauen, München besser kennen zu lernen und ein Bewusstsein bei den Schülerinnen dafür zu schaffen, dass es zahlreiche Hilfeleistungen in München gibt, die sie in Anspruch nehmen können.

Unkosten: 100 € bei maximal 16 Teilnehmerinnen

Mädchen*konferenz

im großen Sitzungssaal im Münchner Rathaus am 19. Juli 2019

In Kooperation mit der Gleichstellungsstelle für Frauen und der Arbeitsgruppe Mädchen*konferenz – bestehend aus amanda – Projekt für Mädchen* und junge Frauen*, dem Freizeitheim Hirschgarten, dem Internationalen Bund, dem Kindertreff Nordheide, dem Kreisjugendring München-Stadt, dem Mädchen*treff Blumenau, Prisma, dem Red Dragon und dem Treibhaus plante und führte mira die Mädchen*konferenz durch.

Circa 100 Mädchen kamen der Einladung des Münchner Fachforums für Mädchen*arbeit und der Gleichstellungsstelle für Frauen ins Rathaus nach. Insgesamt zehn Gruppen hatten Präsentationen vorbereitet, um ihren Anliegen und Anträgen Gehör zu verschaffen.

Mehr Mädchentreffs für alle Mädchen in München, größere Barrierefreiheit für Mädchen mit Behinderung und verbesserte Sicherheit – vor allem abends und nachts – sind nur einige der zentralen Forderungen der Münchner Mädchen, die im Rahmen der Mädchen*konferenz am 19. Juli 2019 an Bürgermeisterin Christine Strobl, an Politikerinnen, Gleichstellungsbeauftragte der Bezirksausschüsse und an die Stadtschulrätin Beatrix Zurek herangetragen wurden. Für alle Anträge und Anliegen haben sich Patinnen gefunden, die den Mädchen beistehen und sie unterstützen wollten.

Mit großer Begeisterung und vielen Fotos berichteten die Mädchen vom Giesinger Mädchen*Treff von den positiven Erfahrungen, die sie in ihrem Mädchen*Treff in Giesing machen. Ihr Anliegen: mehr Mädchentreffs in der Stadt, um diese Erfahrungen allen Mädchen in München zugänglich zu machen. Derzeit hat München nur zwei Freizeitreffs, die alleine für Mädchen da sind.

Die 14-jährige Josefine brachte – stellvertretend für alle Mädchen vom integrativen Jugendtreff MOP – das Thema Barrierefreiheit aufs Tapet. Egal ob in Restaurants, im öffentlichen Nahverkehr oder in Geschäften sind Zugänge für Menschen mit Behinderung oftmals nur beschränkt vorhanden. Ein weiteres Anliegen von Josefine war die Berufsperspektive von behinderten Mädchen, die viel zu oft in Behindertenwerkstätten untergebracht würden und keine Ausbildung wie andere Jugendliche machen könnten.

Sicherheit, vor allem abends, wünschten sich Schülerinnen des Sophie-Scholl-Gymnasiums. Notrufknöpfe an Bushaltestellen, S- und U-Bahnstationen und mehr weibliche U-Bahnwachen sowie eine verbesserte Beleuchtung in Parks und Nebenstraßen waren ihre konkreten Wünsche. In einem eindrücklichen Video zeigten die Mädchen, welche Situationen ihnen Angst machen. „Viele sagen, dass wir uns als Mädchen nicht so freizügig anziehen sollen, dann würde uns auch nichts passieren. Das ist völliger Quatsch!“, sagte Rosa, 16 Jahre, nachdrücklich.

Das finden wir von mira auch!

Forderungen aus der Mädchenkonferenz 2019. Auf diesem sind die zentralen Anliegen der Mädchen wie z.B. „Ich will bestimmen, was ich will!“ ausformuliert

Transatlantic sisters

I have a dream for a fair world for girls and women


„Hi, my name is Esra and this is my dream.“ „Yeah!“ „Hi, my name is Merve and this is my dream.“ „Gorgeous!“

So begann die transatlantische Skype-Konferenz der Schülerinnen der 9. Klassen der Salvator-Realschule in München mit den Highschoolgirls aus New Haven in Connecticut, USA. Eine dreiviertel Stunde lang unterhielten sich die transantlanic sisters über ihre Zukunftspläne, über Volljährigkeit mit 21, über ihre Heimatländer und Stundenpläne, über Twilight Zone und über ihre Träume für eine mädchengerechte Welt.

Alle hätten noch Lust gehabt, weiter mit einander zu sprechen, aber die amerikanischen Mädchen wollten ihre Träume noch auf Papier bringen. Es wurden zum Abschied noch zwei Ständchen von hier nach da und umgekehrt gesungen und mit viel Winken und Bybyes und See yous die Verbindung beendet.

Eine Weiterführung des Gesprächs ist im Juli möglich, wenn Alexis Green aus New Haven München und die Salvator-Realschule besuchen wird. Die eigentlich als Abschlusspunkt des Projekts vorgesehene Skype-Konferenz wird so vielleicht der Beginn einer wunderbaren Freundschaft zwischen nordamerikanischen und süddeutschen Mädchen.

Der Start dieses Projekts war eine Begegnung von Katja Köhnlein an der Southern State University of Connecticut. Katja, eine ehemalige Kollegin von mira, lernte die Professorin und Direktorin des Women’s Studies Programm, Tricia Yi-Chun, bei einem Besuch der State University kennen. Tricia bietet einmal im Jahr zusammen mit Studentinnen ein Empowerment-Projekt für Mädchen der dortigen Highschools an. Beide tauschten sich über die Bedeutung der sozialpädagogischen Arbeit mit Mädchen auf den beiden Kontinenten aus und entwickelten die Idee, Mädchen in der Alten und Neuen Welt mit ihren Träumen für eine gerechte Welt in Kontakt zu bringen.

mira griff die Idee begeistert auf und konnte auch Frau Preiß als stellvertretende Schulleitung der Salvator-Realschule und zwanzig Mädchen der 9a und b davon begeistern. Am 25. März schufen zwanzig Schülerinnen 17 Plakate, Bilder und Collagen über ihre Träume für eine mädchengerechte Welt. Naomi Lawrence, eine Münchner Künstlerin, begleitete und unterstützte die Mädchen bei der künstlerischen und gestalterischen Umsetzung ihrer Visionen. In sechs Stunden entstanden wunderbare, aussagekräftige, bunte und beeindruckende Werke, in denen männliche Gewalt und Unterdrückung angeprangert wurden, in denen die Gleichberechtigung von Mann und Frau und die Solidarität aller Frauen und in denen Frieden, Freiheit und Liebe als Grundlage für ein glückliches Leben gefordert wurden.

Damit nicht genug: Die Kamerafrau und Sozialpädagogin, Maria Rilz, drehte einen Videoclip über alle Werke, der über die website von mira abzurufen und zu genießen ist. Auch natürlich problemlos zugänglich für die Mädchen in New Haven, die „completly thrilled and overwhelmed“ vom clip waren.

Unsere Ziele, den Mädchen Reflektion und Austausch über Lebensrealitäten von Mädchen und jungen Frauen in Deutschland und in den USA zu ermöglichen, sie zu Kritikfähigkeit und zur Schärfung einer geschlechtsbewussten Weltsicht anzuregen und sie bei der kreativen Umsetzung in aussagekräftigen Plakaten zu unterstützen, sind voll erfüllt. Mit Hilfe der neuen Medien bekommen die Visionen und Träume der Mädchen nicht nur in München, sondern auch über dem großen Teich die ihnen zustehende Öffentlichkeit.

Wir von mira danken Frau Preiß für ihre Offenheit, Entschlusskraft und ihre Unterstützung, dem Jugendkulturwerk für seine finanzielle Förderung, Naomi Lawrence für ihren kreativen Blick und den Spaß, den sie in der Arbeit mit den Mädchen hatte, Maria Rilz für den kurzweiligen Videoclip, Katja Köhnlein für den Kontakt mit der Southern State University of Connecticut und natürlich den Mädchen für ihr Engagement und ihre Begeisterung und für ihre aussagekräftigen Plakate.