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Auf den Spuren großer Frauen – Vorbildfrauen aus Kultur, Politik und Wissenschaft

An zwei Vormittagen bekam mira im Juli 2013 wieder die Möglichkeit an der inklusiven Fachoberschule für Gestaltung der Stiftung Pfennigparade ein Kunstprojekt mit jungen Frauen der 11. Klasse durchzuführen.


Ziele des Kunstprojekts

  • Auseinandersetzen mit der Lebenswelt von Frauen in verschiedenen Jahrhunderten
  • Sichtbarmachen der großen Leistungen von Frauen
  • Sensibilisieren für die Wahrnehmung von Frauen in der heutigen Gesellschaft
  • Auseinandersetzen mit der eigenen Identität und eigenen Vorbildern
  • Sensibilisierung für strukturelle Ungleichheiten
  • kreative Bearbeitung des Themas

 


Für die künstlerische Umsetzung ihrer Vorbildfrauen wählten die jungen Frauen Frida Kahlo, Astrid Lindgren, Sophia Loren und Jeanne d’ Arc. Beim Feedback zu den aktuellen Lebenssituationen waren die jungen Frauen besonders erstaunt davon, dass es trotz gesetzlicher Vorgaben eine geschlechtsspezifische und ungleiche Rollenverteilung zwischen Männern und Frauen gibt, dass Frauen 22 % weniger verdienen als Männer und dass der Begriff „Rabenmutter“ so viel Bedeutung und Einfluss hat. Die Zahlen zu sexualisierter Belästigung und Gewalt an Frauen und die noch höhere Rate von sexualisierter Gewalt an Frauen mit Behinderung hat sie entsetzt und erschreckt.

Frauen damals, Frauen heute – das Frauenbild im Wandel der Zeit

Seminar und Kunstprojekt am Sophie-Scholl-Gymnasium mit einer siebten Klasse

Ziele

  • Reflektion der Selbst- und Fremdwahrnehmung der eigenen weiblichen Identität
  • Reflektion der aktuellen gesellschaftlichen Rollenerwartungen an Mädchen und Frauen
  • Reflektion der weiblichen Schönheitsideale im Wandel der Zeit
  • Auseinandersetzung mit dem Einfluss der Medien und den daraus resultierenden Auswirkungen auf die Mädchen von heute
  • Förderung von Solidarität, Stärkung des Selbstbewusstseins und Förderung von Kreativität

Überbordende Collage aus Frauenbildern, ausgeschnitten aus unzähligen Zeitschriften. In der Mitte steht als Text: „Jede Frau ist auf ihre Art und Weise schön“


Während sich der erste Vormittag vor allem auf theoretische Inhalte und Fakten konzentrierte, hatten die Mädchen am zweiten Tag die Möglichkeit sich frei in Gruppen zusammenschließen, um die relevantesten Themen in Form eines Kunstplakates für sich umzusetzen. Es entstand eine Vielfalt an bunten und reflektierten Postern und Collagen.

Der Input über die Schönheitsideale von der Antike bis heute erstaunte die Mädchen und regte sie zum Nachdenken an. Vor allem aber empörten die Mädchen die Daten zum vorherrschenden Schönheitswahn. Die Widersprüchlichkeit, dass über 60 % der Frauen etwas an ihrem Äußeren ändern wollen und circa 1 Million Schönheits-Operationen pro Jahr durchgeführt werden, jedoch immerhin knapp 70 % der befragten Frauen finden, dass wahre Schönheit von innen kommt, verwunderte die Mädchen und führte zu intensiven Diskussionen.

Erschrocken waren die Schülerinnen über die Tatsache, dass zur Zeit circa 5 Millionen Mädchen und Frauen in Deutschland an einer Essstörung leiden und 90 % aller weiblichen Teenager ihren meist schlanken Vorbildern nacheifern und abnehmen wollen.

It’s a men’s world

Kunstprojekt zur Auseinandersetzung mit der beruflichen Welt von Mädchen und Frauen

Während der Projekttage „It’s a men’s world“ an der Salvator-Realschule für Mädchen bot mira im März 2012 einen zweitägigen Workshop an. 26 Schülerinnen der 7. bis 10. Klassen setzten sich mit der eigenen beruflichen Zukunft sowie mit der allgemeinen Arbeitssituation von Mädchen und Frauen auseinander.

Der erste Tag stand unter dem Fokus der eigenen beruflichen Zukunftsplanung. Die Mädchen und jungen Frauen beschäftigten sich intensiv mit ihren Fähigkeiten und Stärken und mit den Kompetenzen ihrer Mitschülerinnen. Auf der Grundlage eigener und fremder Zuschreibungen entwickelten sie Berufswünsche und formulierten erste Schritte, um ihren Berufszielen näher zu kommen.


Am zweiten Tag arbeiteten die Mädchen und jungen Frauen mit Lust und Enthusiasmus an der künstlerischen Umsetzung der Erfahrungen und Informationen aus dem vorangegangenen Tag. Es entstanden zehn fantastische, farbenfrohe Kunstwerke. Ihre Zeichnungen, Malereien und Collagen machen deutlich, wie empört sie über die Ungerechtigkeiten und Ungleichheiten in der Arbeitswelt von Männern und Frauen waren.

Thematische Schwerpunkte der Kunstwerke waren die unterschiedlichen gesellschaftlichen Erwartungen an Männer und Frauen, die ungerechte Bezahlung, der doppelte Lebensentwurf von Frauen sowie die männerorientierte Arbeitswelt, das Fehlen von Frauen in Führungspositionen, der Aufruf zu Veränderung und ganz persönliche Zukunftspläne.

„Wir wollen der Männerwelt zeigen, dass wir jetzt und hier unsere Zukunft starten und unseren Weg gehen.“

Junge Frauen in auffälligen, bunten Outfits stehen in einer Gruppe. Eine trägt eine Stofftasche mit Aufschrift: „ICH TANZE NICHT. ICH ESKALIERE!

Anderssein in „perfekten“ Zeiten

In der Planungsphase des Mädchenkongresses „Uns geht’s ums Ganze – Mädchen auf Identitätssuche“, der Ende Februar 2011 stattfand, wurde mira angefragt einen Workshop zur Lebenswelt von Mädchen mit einer Behinderung anzubieten.
Da es uns wichtig war, die Mädchen als Fachfrauen ihrer Lebenswelt selbst zu Wort kommen zu lassen, entstand die Idee zu einem Kunstprojekt mit den Schülerinnen der integrativen Fachoberschule für Gestaltung der Stiftung Pfennigparade.


Die Schulleitung und die Kunstlehrerin erklärten sich sofort zum Mitmachen bereit und auch ein Termin war schnell gefunden. Just in der Woche, in der der Mädchenkongress stattfand, wurde an der Schule eine Projektwoche angeboten. Dieser Zufall war für uns ideal – so hatten wir die Möglichkeit an drei aufeinanderfolgenden Tagen mit den Mädchen zu arbeiten und im Anschluss daran das Projekt auf dem Mädchenkongress vorzustellen. Das Kunstprojekt „Anderssein in „perfekten“ Zeiten“ konnte starten.


Ziele des Kunstprojekts

  • die Sensibilisierung für und die Reflexion von Ästhetisierungsprozessen in der Gesellschaft, insbesondere des Schönheitswahns
  • die Thematisierung der unterschiedlichen Betroffenheit von Mädchen mit und ohne Behinderung
  • die Auseinandersetzung mit dem aktuellen Frauenbild und der Rolle der Frau
  • die Schärfung der Selbstwahrnehmung und die Stärkung des Selbstbewusstseins
  • die Schaffung von Solidarität unter den Mädchen
  • Förderung des kreativen Potentials der Teilnehmerinnen

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Sieben junge Frauen mit und ohne Behinderung beschäftigten sich drei Tage lang äußerst interessiert, lustvoll und kreativ mit dem Thema des Kunstprojekts. Die Tage waren geprägt von entspannter Atmosphäre, Heiterkeit, konzentriertem Arbeiten und einem sehr wertschätzenden Umgang miteinander. Herausgekommen sind drei Kunstwerke, die jeweils in Zweier- bzw. Dreierteams entstanden sind.

Die Schülerinnen hatten viel Spaß am Mädchenkongress und ihre Teilnahme bereicherte den von mira angebotenen Workshop „Lebenswelt von Mädchen mit und ohne Behinderung in einer ästhetisierten Gesellschaft“. Hier hatten sie die Möglichkeit ihre Kunstwerke elf Fachfrauen aus der Jugendhilfe vorzustellen, ihre Standpunkte zum Thema Schönheitskult darzulegen und mit den Frauen in Austausch zu kommen. Die Frauen waren ebenfalls sehr begeistert und genossen den Austausch und den Kontakt mit den Schülerinnen.

mira dankt Frau Weide-Gertke und Frau Beiner für die unkomplizierte Organisation und ihre große Offenheit für das Projekt. Und natürlich danken wir den Mädchen der FOS Gestaltung für ihre Begeisterung an diesem Projekt und dafür, dass wir ihre Werke in unseren Räumen ausstellen durften.